Immer mehr Waffen schaffen keinen Frieden – Eine klare Botschaft im Münsterzentrum Villingen

Etwa 50 Zuhörer waren trotz großer Hitze am vergangenen Donnerstagabend der Einladung des Regionalen Friedensbündnisses VS in Kooperation mit dem Bildungszentrum Villingen (Erzdiözese Freiburg) und der Evangelischen Erwachsenenbildung Kirchenbezirk Villingen gefolgt, um einem Vortrag von Herrn Dr. Ulrich Bausch beizuwohnen. Der Referent ist Politikwissenschaftler und neben vielem anderen auch Teil der Initiative „Mehr Diplomatie wagen“ innerhalb der SPD sowie Mitinitiator der überparteilichen Gruppe „Aufbruch zum Frieden“.

Dr. Ulrich Bausch im Münsterzentrum Villingen
Foto copyright Heide Mutschler

Dr. Bausch und die Veranstalter hatten zu seinem Vortrag mit einer Frage eingeladen: „Frieden schaffen mit immer mehr Waffen?“ Sein sehr kenntnisreicher und faktenbasierter Vortrag wurde von einer zentralen These getragen: Immer mehr Waffen schaffen keinen Frieden! Im Gegenteil!

Ulrich Bausch verurteilte den Ukrainekrieg klar als völkerrechtswidriger Angriffskrieg, der in keiner Weise zu rechtfertigen sei. Nichtsdestotrotz forderte er mit dem Hinweis auf die Gefahren, die sich aus der zu beobachtenden Eskalation der Kriegsparteien ergeben, mehr Diplomatie und die Bereitschaft, sich auch in die Perspektive der jeweils anderen Seite und deren Sicherheitsinteressen hineinzuversetzen. Es sei notwendig zu verstehen, dass die „eigenen“ Rüstungsanstrengungen von der anderen Seite auch als Bedrohung wahrgenommen werden können und auch wahrgenommen werden. In diesem Zusammenhang hat der Vortragende auch sehr kritisch und mit viel Detailwissen zur „Vorgeschichte“ des Ukrainekrieges Stellung genommen und aufgezeigt, dass die NATO-Osterweiterung seitens „des Westens“ erheblich zur heutigen Kriegssituation beigetragen hat.

Will man die Hauptbotschaft von Dr. Ulrich Bausch in wenigen Worten zusammenfassen, dann kann man sagen: Diplomatie, Gespräche und das ernsthafte Bemühen, die Gegenseite in ihren Interessen und Befindlichkeiten ernst zu nehmen und in die eigenen Bemühungen miteinzubeziehen, sind das Gebot der Stunde – in der aktuellen Situation mehr denn je zuvor. Nur so lasse sich, so die Sicht des Vortragenden, die immer gefährlichere und bedrohlichere militärische Eskalation stoppen und umkehren.

Im Anschluss an die etwa einstündigen und sehr fundierten Einlassungen von Dr. Bausch schloss sich eine rege und in einigen Wortbeiträgen aus der Zuhörerschaft auch kontroverse Diskussion mit dem Referenten an.

Fazit: Eine gelungene Veranstaltung für den Frieden.

Dr. Ulrich Bausch im Münsterzentrum Villingen
Foto copyright Heide Mutschler

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